Es war einmal....

.........ein kleiner Bub, der hatte das große Glück, dass sein erster Freund ein Hund gewesen ist. Der ist mit ihm aufgewachsen, die beiden waren unzertrennlich, sie spielten und tobten gemeinsam, und wenn der Bub traurig war, so teilte der Hund auch die Traurigkeit mit ihm. Sie hatten die gleichen Feinde und die gleichen Geliebten, und ich meine, dass sie auch die gleichen Träume hatten. Sie hatten ihre Gaben zusammengelegt und waren so nicht doppelt, sondern um ein vielfaches reicher und stärker, als sie einzeln gewesen wären. Sie werden auch einen gemeinsamen Schutzengel gehabt haben.

 

Der Bub war noch nicht zum Mann geworden, da hat der Hund sterben müssen, weil seine Erdzeit abgelaufen war. Aber was an dem Hund unsterblich war, das hat den Mann begleitet auf seinem langen und schwierigen Lebensweg.

 

Ein geheimes Zeichen haftete dem Buben an. Es bewirkte, dass fremde Hunde ihn als Freund erkannten. Niemals hat ihn ein Hund gebissen. Doch einmal - es war ein Kettenhund, dessen Seele ein Mensch zu Tode gequält hat.

 

Ernst von Dombrowski

 

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